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1.10.2004

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Die “Kirchhainer Grashüpfer” 2004

Der BUND (Bund Umwelt- und Naturschutz Deutschland) und das JUKUZ Kirchhain führen ein Kooperationsprojekt zur Natur- und Umwelterfahrung für Kinder durch, welches sehr gut besucht ist und viel Interessantes bietet.

 

Seit September 2004 treffen sich jeden Montag die Kirchhainer Grashüpfer, etwa 25 Kinder zwischen 5 und 9 Jahren, die in der Natur auf spielerische Entdeckungsreise gehen wollen. Neben einem Erleben der Natur mit allen Sinnen legen die drei Leiterinnen Karin Menzler, Petra Müller und Yvonne Blanke auch Wert auf eine naturwissenschaftliche Vermittlung, die durch den Wissensdurst der Kinder eingefordert wird. Hierfür stellen sie den Kindern eine Reihe von Materialien und Hilfen zur Verfügung, z.B. kindgerechte Bestimmungsschlüssel, die sie selbst zusammengestellt und teilweise weiterentwickelt haben. 

Durch zahlreiche Besuche im Emsdorfer Wald, bei denen unter anderem ein Bergmolch und Grasfrösche gefunden und von den Kindern selber bestimmt wurden, können die Kinder am Objekt lernen und Erfahrung sammeln. Zu den spektakulären Funden zählen aber auch ein „Eichhörnchenbadezimmer“, eine Krause Glucke und ein australischer Tintenfischpilz, der von den Kindern bewacht wurde, damit sich alle den Pilz anschauen konnten.

Anfang Oktober besuchten die Grashüpfer zwei Streuobstwiesen, einmal eine vom BUND betreute Fläche „in der Lambern“ in Kirchhain und beim zweiten Mal eine Streuobstwiese im Norden von Großseelheim. „In der Lambern“ lernten die Kinder den Apfelbaum kennen und konnten ihr Wissen in einem Streuobstwiesenquiz vertiefen. Sie konnten Äpfel pflücken und sie am Ende über einem Lagerfeuer zu leckeren Bratäpfeln schmoren. In Großseelheim lernten die Kinder den Weg von der Blüte zum Apfel und seine Bedeutung kennen. Im praktischen Teil bestand für die Kinder die Möglichkeit bei der Pflege der Streuobstwiese zu helfen, indem die in die Wiese vordringenden Schlehenbüsche zurückgeschnitten wurden. Auch bei diesem Besuch wurden wieder fleißig Äpfel geerntet, die in diesem Falle an Ort und Stelle zu Apfelsaft verarbeitet wurden: „Sehr lecker, aber der Sprudel fehlte,“ meinte eines der Kinder.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit gehen die Grashüpfer seit den Herbstferien nun der Frage nach, was mit den Pflanzen und Tieren im Winter geschieht, welche Gefahr bedeutet der Winter für die Lebewesen in unseren Breitengraden und welche unterschiedlichen Strategien gibt es damit umzugehen: Überwintern oder Fortziehen in wärmere Gegenden? Zu diesem Zweck wurde Laubstreu und Totholz auf Lebensspuren hin untersucht. Mit Becherlupen ausgestattet zogen die Kinder los, um anschließend ihre Funde vor Ort unter zwei mitgebrachten Binokularen zu betrachten, was bei einigen „Grashüpfern“ Begeisterungstürme auslöste, da sie schon immer durch so ein Gerät schauen wollten.

In Langenstein untersuchten die Grashüpfer den Boden und lernten am Nahrungskreislauf im Wald wesentliche Grundprinzipien der Natur kennen. Dabei erkannten sie, dass „alles weiterlebt“ und verstanden, dass in der Natur kein Müll entsteht, sondern alles weiterverwertet wird.

Unter der Frage „was macht die Biene im Winter“ wurde  gegen Ende November / Anfang Dezember das Bieneninstitut in Kirchhain zweimal besucht. Dort erfuhren die Kinder viel über die Lebensweise der Bienen und konnten Drohne, Arbeiterin und Königin durch Lupen und Binokulare betrachten. Auch das Leben im Bienenstock mit seinen Waben ist den Kindern hier näher gebracht worden. Sie erfuhren auch, wie ein Imker arbeitet, konnten selbst Honig aus den Waben schleudern und auch ein wenig aus der Wabe naschen. Beim zweiten Besuch am Nikolaustag stand das Basteln mit Bienenwachs und das Herstellen von Brummbienen im Vordergrund.

Im kommenden Jahr stehen folgende Themen auf dem Programm: Fährten und Spuren im Winter, vielleicht sogar im Schnee, und es wird um Wetter und Klima gehen. Im Frühjahr geht`s dann mitten in die wiedererwachende Natur. Wir werden dies ganz genau beobachten, damit uns nichts Interessantes entgeht.

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